Planerbrief 14 – März-April 2018. Informationen zu Planung, Errichtung, Betrieb von Technischer Gebäudeausrüstung.

Porträtfoto Dieter Unger (VDMA)

Verbesserung der Sicherheit von Fahrtreppen

Die EN 115-1 wurde durch CEN im Juli 2017 in der englischen Referenzfassung veröffentlicht. In Deutschland ist die DIN EN 115-1 mit Ausgabedatum Januar 2018 erhältlich. Aufgrund von Veränderungen bewährter Technik wurde die Norm angepasst, um die Sicherheit zu verbessern. Dadurch wurden umfangreiche Anpassungen, auch aufgrund des aktuellen Stands der Technik durchgeführt.

Hierzu zählen beispielsweise eine Erweiterung der Betriebsbremse um eine elektrische Bremseinrichtung, Einbindung von Brandschutzanforderungen, Einführung einer Revisionssteuerung, die durch den Gebrauch beider Hände aktiviert wird sowie Anforderungen an feststehende Einrichtungen im Stauraum. Darüber hinaus wurden wesentliche Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der relevanten EU-Richtlinien eingebunden und die Verweisungen im Dokument auf andere Normen verbessert.

Für Planer bedeutet dies wenige Änderungen, da sich die Gebäudeschnittstellen nicht geändert haben. Die in der Norm enthaltene neue Beschreibung von Barrieren zur Verhinderung des Zutritts durch Transportwagen könnte die Planung in Einkaufszentren oder Flughäfen beeinflussen. In diesem Zusammenhang ist die Technische Spezifikation TS 115-3 zu nennen. Dieses Papier ist in der englischen Sprachfassung erhältlich und stellt die Übereinstimmungen der EN 115-1:2008+A1:2010 mit der EN 115-1:2017 in einer Tabelle dar.

Autor: Dieter Unger, Referent, VDMA-Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen

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Neutralleiter-Trennklemme nach DIN VDE 0100-718

Elektroinstallation: Trennklemme Pflicht?

Für öffentliche Gebäude ist nach DIN VDE 0108 zur Isolationsmessung die Trennbarkeit des Neutralleiters gefordert. Die DIN VDE 0100-718 zählt hierfür nur beispielhaft den Einbau von Neutralleiter-Trennklemmen auf, andere Verfahren werden nicht ausgeschlossen. N-Trennklemmen sollen die Fehlersuche vereinfachen und Zeit- und Kostenvorteile bieten. Sie können in Bestandsbauten mit vielen elektrischen Verbrauchern Brände verursachen, wenn die Klemme bei Öffnung Sternpunktverschiebungen auslöst.

Autor: Karl-Heinz Otto, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Elektrische Niederspannungsanlagen, Leistungs- und EDV-Elektronik, Sachverständigenbüro Otto

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Betreiberpflichten im Gebäudemanagement

Betreiberpflichten werden im Wesentlichen in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) beschrieben. Die im Jahr 2015 novellierte und bis zur Fassung vom März 2017 mehrfach ergänzte aktuelle Version stellt Arbeitgeber, Betreiber und Gebäudedienstleister vor zahlreiche Herausforderungen.

Die BetrSichV regelt die Aufrechterhaltung der Arbeitssicherheit bei der Benutzung von Arbeitsmitteln und dem Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen. Für die Umsetzung der BetrSichV und die weiteren Pflichten aus dem Arbeitsschutz ist der jeweilige Arbeitgeber verantwortlich, dessen Mitarbeiter die Instandsetzung oder den Betrieb der Anlagen durchführen.

Eine stärkere Rolle nehmen seit der Novellierung der BetrSichV die vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen ein. Unternehmer haben vor der Verwendung von Arbeitsmitteln jegliche Art von möglichen Gefährdungen zu ermitteln und daraus Schutzmaßnahmen und Anweisungen für die Verwendung und Instandsetzung von Arbeitsmitteln abzuleiten.

Ein besonderes Spannungsfeld eröffnet sich beim Betrieb und der Instandhaltung von Kundenanlagen durch externe Dienstleister. Nach der Delegation von Betreiberpflichten ist der Arbeitgeber des Betriebspersonals für die Gefährdungsbeurteilungen verantwortlich. Schwierig wird es, wenn mehrere Dienstleister und Nachunternehmer gemeinsam für Betrieb und Instandsetzung verantwortlich sind. Hier entstehen oft Fehler durch doppelte oder lückenhafte Verantwortungsbereiche.

Der Auftraggeber ist dafür verantwortlich, dass der Auftragnehmer in die Lage versetzt wird, diese übertragenen oder delegierten Pflichten erfüllen zu können. Gerne wird dies eher als Pflicht des Auftragnehmers angesehen, was dazu führt, dass der Auftragnehmer durch Informations- bzw. Dokumentationslücken in Verantwortungsbereiche gerät, dessen er sich oft nicht bewusst ist.

Bei einem Unfall kann unter diesen Umständen der Auftragnehmer in die Haftung geraten, da er allein für die Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich ist. Eine Möglichkeit zur Senkung des Haftungsrisikos ist die Beschreibung der erforderlichen Pflichten und Schnittstellen aller Beteiligten vor der Leistungserbringung.

Autor: Bernd Lausch, Leiter Operational Excellence, Apleona HSG GmbH

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DGUV 203-072: Prüfung elektrischer Anlagen

Mit der im Dezember 2017 veröffentlichten DGUV-Information 203-072 „Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und ortsfester Betriebsmittel – Fachwissen für Prüfpersonen“ steht Elektrofachkräften ab sofort ein ausführlicher Prüfungsleitfaden zur Verfügung.

Grundlage für diese Information bilden unter anderem die Bestimmungen des Abschnitts 5.3 „Erhalt des ordnungsgemäßen Zustands“ der geltenden Norm DIN VDE 0105-100 „Betrieb von elektrischen Anlagen“. Die neue DGUV-Information liefert neben detaillierten Schaltbilddarstellungen zu den einzelnen Prüfaufgaben, praxisgerechte Beschreibungen sowie Hinweise zu möglichen Fehlmessungen oder Abweichungen und stellt die einzelnen Prüfschritte in einem Ablaufdiagramm übersichtlich dar. Zu weitergehenden Prüfmöglichkeiten wie Thermographie oder Messung der Netzqualität bietet die DGUV-Information allgemeine Informationen und Gegenüberstellungen. Prüfpersonen können damit erstmalig auf einen einheitlichen Prüfungsleitfaden inklusive Checkliste und Prüfbericht zurückgreifen.

Autor: Hans-Peter Steimel, Referent Fachgebiet „Elektrische Gefährdungen“, Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse

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Smart Building: Licht und mehr

Energieeffizienz, Lichtausbeute und Lebensdauer von LED-Leuchten wurden in den letzten Jahren stetig verbessert. Bei neuen Lichtprojekten kommen nun Vernetzung, Steuerung und Digitalisierung hinzu. Leuchten bieten sich als ideale Infrastrukturplattform für neue Anwendungen an durch die Integration von zusätzlichen intelligenten Komponenten und Sensoren. Diese nutzen die Stromversorgung der Leuchten sowie deren flächendeckende und unverbaute Verteilung im Gebäude mit. In Büro-, Handels-, Logistik- und Industriebauten gewinnt eine vernetzte Beleuchtungssteuerung von DALI-Leuchten über Touchpanels und Smartphones an Bedeutung.

Intelligente LED-Lösungen mit veränderbarer Lichtstärke und Farbtemperatur (Tunable White) zur Anpassung der Beleuchtung an den Tagesrhythmus (HCL – Human Centric Lighting) eignen sich für Büros, Geschäftsräume und Arztpraxen.

Leuchten mit kleinen Funksendern (Beacons) ausgerüstet, ermöglichen die Navigation im Gebäude und neue ortsbezogene Dienste (Location Based Services) wie z.B. für Museen, besondere Angebote im Einzelhandel (Proximity Marketing), Leitsysteme in öffentlichen Einrichtungen und flexible Arbeitsplätze.

Bei der Licht-Projektierung spielt die Zusammenarbeit von Betreiber, Fachplaner und Hersteller eine wichtige Rolle. Dauerhafter Service stellt Funktionalität, regelmäßige Wartung, Instandhaltung und den weiteren Ausbau sicher.

Autor: Norbert Hammer, Leiter Technischer Service, Regiolux GmbH

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Bei Bränden schützen

Die Forderung nach einer RWA ist Bestandteil jeder Bauordnung in Deutschland. Denn Brandtote sind zu 90 Prozent Rauchtote. Für sichere Flucht- und Rettungswege, die die Gefahr für Gebäudenutzer und das Haftungsrisiko minimieren, muss eine RWA objektgerecht ausgeführt werden. Das gilt für die Auswahl der Einzelkomponenten ebenso wie für die fachgerechte Verschaltung der Bauteile und Installation der pneumatischen Module zu einem sicheren Komplettsystem. Der Verband Fensterautomation und Entrauchung e. V. (VFE) hat eine Infobroschüre als Orientierung und Entscheidungshilfe für Architekten, Planer, Bauherren und Dienstleister erstellt, die kostenlos zum Download bereitsteht.

Autor: Christoph Kern, Vorstand, D + H Mechatronic AG, Vorsitzender des Verbands Fensterautomation und Entrauchung e. V. (VFE)

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SicherheitsExpo 2018 in München

Vom 27.-28. Juni 2018 findet die Fachmesse für Zutrittskontrolle, Brandschutz, IT-Security, Perimeter Protection und Videoüberwachung zum 15. Mal statt. Im begleitenden Tagungsprogramm werden neue Entwicklungen der Sicherheitstechnik, unter anderem RFID, NFC, Biometrie und Identity-Management sowie Mechatronik vorgestellt. Die zweitägige Brandschutz-Tagung informiert über die aktuellen gesetzlichen und technischen Anforderungen an den Brandschutz in Deutschland und stellt die wichtigsten Vorschriften und Normen für den betrieblichen Brandschutz vor.

Die Messe für Sicherheitstechnik richtet sich an Sicherheitsverantwortliche (Sicherheitsberater und -dienste), Brandschutzbeauftragte und Planer, Versicherungen, Behörden, Polizei und Feuerwehr, Elektrofachhandel und Errichterfirmen sowie Architekten und Gebäudemanager.

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Norm DIN EN 13306:2018-02 definiert Begriffe der Instandhaltung

Die neue Norm definiert alle Arten der Instandhaltung und des Instandhaltungsmanagements, unabhängig von der Art des betrachteten Objekts. Da die Instandhaltung einen wesentlichen Beitrag zur Funktionssicherheit eines Gebäudes liefert, werden korrekte und genaue Definitionen benötigt. Diese Begriffe können bei der Abfassung von Instandhaltungsverträgen von besonderer Wichtigkeit sein. Die Begriffsdefinitionen decken neben technischen Maßnahmen auch die Planung und Handhabung von Dokumentationen ab.

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VBI-Broschüre zum neuen Planungsvertragsrecht

Der Verband Beratender Ingenieure informiert Architekten und Ingenieure über das neue Planungsvertragsrecht, das zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist. Die 80-seitige Broschüre “Der Architekten- und Ingenieurvertrag. Erläuterungen zu den gesetzlichen Regelungen der §§ 650p ff. BGB” kostet für VBI-Mitglieder 10 Euro zzgl. Versandkosten, Nichtmitglieder zahlen 15 Euro zzgl. Versandkosten.

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DGWZ gründet Fachbeirat NGRS

Die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) gründet den Fachbeirat Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systeme (NGRS). Der Fachbeirat unterstützt als unabhängige Expertenplattform Planer, Errichter und Betreiber beim Projektieren und Umsetzen von Sicherheitskonzepten für Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Als erste Projekte des Beirats wird die neue DGWZ-Tagung „Sicherheit in Bildungseinrichtungen“ konzeptionell und fachlich begleitet und eine neutrale Informationsbroschüre zu NGRS erarbeitet.

Eingeladen sind Fachplaner, Schulbetreiber, Behörden, Krisenprävention, Wissenschaft, Forschung und Hersteller für Sicherheitssysteme. Sie können ihre fachlichen Anliegen im Beirat als Autor, Dozent, fachlicher Ansprechpartner oder Aussteller einbringen. Dafür beziehen sie zu aktuellen Fragestellungen, Normen, Richtlinien und Vorschriften Stellung. Die Ergebnisse werden in Veranstaltungen, Publikationen und Pressemitteilungen veröffentlicht. Die erste Sitzung findet am 14. März 2018 bei der DGWZ in Bad Homburg statt. Interessenten können sich bei der DGWZ melden.

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