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Effiziente Raumluftkonzepte

Effiziente Raumluftkonzepte

Kleinste Tröpfchen mit SARS-CoV-2-Erregern stellen in der Raumluft, z. B. in Klassenzimmern, Besprechungsräumen und Großraumbüros, eine hohe unkontrollierbare Infektionsgefahr dar. Bis wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, sind technische Lösungen erforderlich, um die Pandemie einzudämmen. Die Installation komplexer Gebäudelüftungstechnik ist aufwendig, teuer und im Gebäudebestand häufig nicht umsetzbar. Lüften über Fenster wiederum ist durch den undefinierten Luftaustausch unsicher und spätestens im Winter aufgrund der Außentemperaturen nicht mehr ohne Weiteres möglich.

In den Fokus rücken daher mobile Luftreiniger. Sie verfügen über hocheffiziente Schwebstofffilter, die Partikel aus der Raumluft herausfiltern und teilweise mit Plasma- und UV-Sterilisationssystemen kombiniert werden können. Durch das Umluftverfahren wird die Rauminnenluft permanent gereinigt.

Betreiber tun gut daran, untersuchen zu lassen, ob der Einsatz solcher Luftreiniger in geschlossenen Räumen effektiv zur Reduzierung der Infektionsgefahr mit SARS-CoV-2 beiträgt oder ob bereits einfachere Luftreinheitskonzepte zielführend sind. Hierfür sind neben der theoretischen Betrachtung unterschiedlicher Funktionstypen, Simulationen u. a. in Abhängigkeit räumlicher Gegebenheiten, Wärmelasten, Strömungsverhältnissen und Aufstellort der Luftreiniger durchzuführen.

Autor: Dr.-Ing. Udo Gommel, Leiter der Abteilung Reinst- und Mikroproduktion, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

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Raumlufthygiene im Krankenhaus

Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) reduzieren die Keimbelastung der Raumluft auf ein Minimum. Zudem müssen Staub, Narkosegase und Geruchsstoffe eingedämmt werden. Die Raumluftzustände (Temperatur, Feuchte und Raumdruck) müssen strikt eingehalten und der notwendige Luftaustausch sichergestellt werden. Die Anforderungen für Planung, Bau und Abnahme raumlufttechnischer Anlagen in Krankenhäusern, Tageskliniken, ambulanten OP-Einrichtungen, Dialysezentren und Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte regelt die DIN 1946-4:2018-06 „Raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens“. Um die Umsetzung der Anforderungen des Arbeitsschutzes sicherzustellen, müssen Betreiber der Einrichtung bei Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von RLT-Anlagen einen Krankenhaushygieniker, einen Hygieneingenieur und einen Sicherheitsingenieur beteiligen.

Abhängig von den Anforderungen an die Keimarmut unterteilt die Norm medizinisch genutzte Räume in die Raumklassen I (Ia/Ib) und II. So benötigt ein OP-Raum mit Instrumententisch (Raumklasse Ia) eine RLT-Anlage mit Luftführungssystemen turbulenzarmer Verdrängungsströmung (TAV). Diese sorgt für die dynamische Abschirmung des sogenannten Schutzbereiches. Luftführungssysteme mit Verdünnungsströmung werden in der Raumklasse Ib (z.B. Intensivpflegestationen) eingesetzt.

Autor: Dr. Barbara Löchte, Marketing Kommunikation, Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit

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