Schlagwortarchiv für: Erdungsanlagen

EMV bei Erdungsanlagen: DIN VDE 0100-410 versus DIN VDE 0100-444

Auch die aktuelle DIN VDE 0100-410:2018-10 berücksichtigt nicht die Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) für moderne Gebäude. Die Ansprüche an die Ausstattung von Wohnungen, Büros und Arztpraxen mit sensiblen Betriebsmitteln steigen und erfordern eine sorgfältige Planung im Hinblick auf die EMV. Derzeit entstehen viele Gebäude, in denen sich unter einem Dach und auf einer gemeinsamen Tiefgarage Wohnräume und Arbeitsstätten befinden.

Umfangreiche Erdungsmaßnahmen gemäß der DIN 18014:2014-03 sowie entsprechende Forderungen aus der DIN VDE 0100-410:2018-10, DIN VDE 0100-540:2012-06 sowie der aktuellen VDE-AR-N 4100:2019-04 und die Tatsache, dass die öffentliche Netzversorgung im überwiegend angewandten TN-System immer als TN-C-Systeme vorliegen, führen zu enormen Streuströmen auf dem Schutz-, Erdungs- und Potentialausgleichssystem.

In der aktuellen DIN VDE 0100-444:2010-10 darf dagegen das TN-C-System in neu errichteten Gebäuden, die eine wesentliche Anzahl von informationstechnischen Betriebsmitteln enthalten oder wahrscheinlich enthalten werden, nicht verwendet werden.

Bei Gebäude-Konstellationen wie z.B. Doppel- und Reihenhäusern sowie Anlagen, die auf einer gemeinsamen Fundamentierung bzw. Betonplatte oder Tiefgarage angeordnet sind, widerspricht die derzeitige Installationspraxis diesen Anforderungen, da in solchen Anlagen mehrfach eingeführte PEN-Leiter aus dem öffentlichen TN-C-System an jedem Hausanschlusskasten mit dem Fundamenterder verbunden werden. Die Folge sind Streuströme auf allen elektrischen Leitern sowie Objekte, die mit dem Schutz- und Potentialausgleichssystem verbunden sind. Die EMV ist in diesen Gebäuden in Frage gestellt; ein Konflikt mit dem EMV-Gesetz vorprogrammiert. Besonders betroffen sind hierbei Arztpraxen mit Diagnoseeinrichtungen wie EMG, EEG und EKG, bei denen Immissionen durch magnetische Wechselfelder mit einer magnetischen Flussdichte von 0,1 µT, 0,2 µT und 0,4 µT unterschritten werden müssen. Auf diese Problematik wies der Sachverständigen-Verband BVS in seinem Standpunkt „Fundamenterder-Erdungsanlagen“ bereits 2016 hin.

Autor: Martin Schauer, Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder

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Blitz- und Überspannungsschutz

Übersicht zu Blitz- und Überspannungsschutz

Einführung | Erdungsanlagen | Normen und Vorschriften | Publikationen | HerstellerWeitere Informationen

Einführung

Blitz- und Überspannungsschutz ist ein zentrales Thema im Bereich der Elektroinstallation und Gebäudetechnik. Er dient vor allem dem Schutz von Gebäuden und denen sich im Gebäude befindenden Personen, sowie im Äußeren installierte technische Anlagen. Durch den Anstieg der Elektromobilität und die zunehmende Installation von Ladesäulen spielt der Schutz vor Blitz- und Überspannungsschäden, grade im Außenbereich, eine immer zentralere Rolle. Um unmittelbare und langfristige Schäden durch Blitzeinwirkungen zu verhindern, gilt es technische Anlagen bereits in der Planungsphase in ein entsprechendes Sicherheitssystem zu integrieren.

Erdungsanlagen

Erdungsanlagen sind essenzielle Komponenten für elektrische Installationen, die für die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Betrieb von Gebäuden und Anlagen sorgen. Sie dienen dazu, elektrische Ströme sicher in die Erde abzuleiten, um Personen und Einrichtungen, sowie technische Anlagen vor den Gefahren durch Fehlerströme, Überspannungen und Blitze zu schützen. Das System ist so gestaltet, dass es den Widerstand zwischen dem elektrischen System und dem Erdreich minimiert und so einen sicheren Weg für die Ableitung elektrischer Ströme bietet.

Normen und Vorschriften

Für Blitz- und Überspannungsschutz gelten folgende Normen und technische Regeln:

  • DIN VDE 0100-443:2016-10
  • DIN VDE 0100-534:2016-10
    Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-53: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Trennen, Schalten und Steuern – Abschnitt 534: Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPDs)
  • VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2019-04
    Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung)
  • DIN VDE 0100-722:2019-06
    Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-722: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Stromversorgung von Elektrofahrzeugen

Publikationen

Hersteller

Blitzschutz
Überspannungsschutz

Weitere Informationen

Stichworte
Blitzeinschläge, Blitzschutz, Blitzschutzkonzept, E-Fahrzeuge, E-Mobilität, Elektromobilität, Erdungsanlagen, Fahrzeug, Funktionstüchtigkeit, Ladeinfrastruktur, Ladepunkte, Ladestationen, Ladevorgang, Schutzkonzepte, technische Anlagen, Überspannungsschutz, Überspannungsschutzkonzept, Versorgungssystem