Schlagwortarchiv für: EEG

Welche Pflichten haben Betreiber von Photovoltaikanlagen?

Wer eine Solaranlage auf dem Dach errichtet, muss bestimmte gesetzliche Pflichten erfüllen. So muss die Anlage im Marktstammdatenregister registriert werden. Für Anlagen mit einer installierten Leistung ab 100 Kilowatt-Peak (kWp) müssen die Betreiber einen Direktvermarkter beauftragen oder in speziellen Fällen die vergütungsfreie Einspeisung beantragen. Anlagen ab 1 Megawatt-Peak (MWp) sind stromsteuerpflichtig. Eine Befreiung davon ist aber möglich. Verkauft der Betreiber den Strom vor Ort, ist eine Erlaubnis als Versorger beim zuständigen Hauptzollamt einzuholen.

Der erzeugte Strom kann vom Betreiber für verschiedene Zwecke genutzt werden. Dieser muss dabei weder der Besitzer der Anlage noch der Besitzer der Immobilie sein. Beim Eigenverbrauch verbraucht der Betreiber der Anlage den Solarstrom selbst. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist und vergütet. Bei einer Volleinspeisung wird der gesamte Solarstrom ins Netz eingespeist und entsprechend Anlagengröße und Inbetriebnahmedatum im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vergütet. Beim Verkauf vor Ort kann der Betreiber den Nutzern der Immobilie den Strom als sogenannten Mieterstrom verkaufen. Zudem können Betreiber für den Solarstrom, für den sie keine EEG-Förderung erhalten, Herkunftsnachweise dafür ausstellen lassen und diese selbst einlösen oder verkaufen.

Autor: Andreas Telkemeier, Onsite-PPA-Experte und Sales Manager, node.energy GmbH

Weitere Informationen

EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 abgeschafft

EEG-Umlage wird zum 1. Juli 2022 abgeschafft

Bereits im April hat der Bundestag dem vorgezogenen Aus der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Entlastung der Haushalte von den stark gestiegenen Energiepreisen zugestimmt. Damit reduzieren sich die Stromrechnungen für Verbraucher und Unternehmen zum 1. Juli 2022 um die zuletzt gültigen 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage zur Förderung von Ökostrom wird ab dem Stichtag aus dem Bundeshaushalt und dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) gezahlt. Energiekonzerne werden verpflichtet, die Entlastung in vollem Umfang an ihre Kunden weiterzugeben.

Die EEG-Umlage wurde in Deutschland seit rund 20 Jahren zur Finanzierung von Ökostrom-Anlagen, das heißt die Umstellung auf Erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie und Biomasse verwendet. Neben Steuern, Produktionskosten und den Netzentgelten war die Umlage fester Bestandteil der Stromrechnung. Mit der Umlage wurde die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen für die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien und den an der Strombörse erzielten Erlösen ausgeglichen. Die EEG-Umlage wurde bisher jährlich von der Bundesregierung so festgelegt, dass mit ihr der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert werden konnte.

Weitere Informationen

Energiewende mit Bioenergie?

In 2019 hatte Bioenergie – bezogen auf die Sektoren Wärme, Strom und Mobilität – einen Anteil von über 50 Prozent an erneuerbaren Energien. Biomasse wird auf Grund seiner Vielseitigkeit im künftigen Energiesystem verschiedene Funktionen übernehmen. Doch was heißt dies konkret für die Energiewirtschaft?

Biogas kann die fluktuierenden Erzeuger Wind und Sonne flexibel ausgleichen und stellt zusätzlich mit der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) die Grundlast in Wärmenetzen. Holz wiederum stellt den größten Anteil an erneuerbarer Wärme, ist aber auch für die Industrie als Träger von Prozessenergie wichtig.

Zudem hat sich seit 2021 einiges geändert. So läuft etwa bei alten Bioenergieanlagen sukzessive die Refinanzierung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die nachhaltige Bereitstellung von Biomasse, die nur noch im Reststoffbereich, nicht aber im Waldholzbereich oder im Biogasbereich ausgebaut werden kann.

So hat zum Beispiel die Klimaschutzstadt Kiel für die Kielregion ein Projekt aufgesetzt, um im Diskurs mit NGOs, Unternehmen und Biomasseanbietern zu erarbeiten, wieviel Biomasse aus der Region in Modellprojekten eingesetzt werden kann. Zum anderen betrachtet das Projekt „Transbio“ die Möglichkeiten von Bioenergieanlagen außerhalb der Refinanzierung des EEG. Diese Initiativen gilt es zu beobachten. Ergebnisse sollten in aktuelle Planungen einfließen.

Autor: Bernhard Wern, Arbeitsfeldleiter Stoffströme, Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES gGmbH) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)

Weitere Informationen

Schlagwortarchiv für: EEG

DIN EN IEC 62446-2; VDE 0126-23-2 Photovoltaik PV -Systeme

DIN EN IEC 62446-2; VDE 0126-23-2
Photovoltaik(PV)-Systeme – Anforderungen an Prüfung, Dokumentation und Instandhaltung – Teil 2: Netzgekoppelte Systeme – Instandhaltung von PV-Systemen

Übersicht | Inhalt | Norm bestellen | Weitere Informationen

Übersicht

Teil 2 von IEC 62446 enthält Anforderungen und Empfehlungen für die Wartung von PV-Systemen, einschließlich wiederkehrender Inspektionen, sicherheits- und leistungsbezogener vorbeugender Wartung, fehlerbehebender Wartung und Fehlersuche. Netzgekoppelte PV-Systeme gelten im Allgemeinen als sehr wartungsarme Energieerzeugungsmittel. Das trifft im Vergleich mit herkömmlichen Energieerzeugungsquellen, die Brennstoff und/oder drehende Maschinen nutzen, zwar zu, PV-Systeme erfordern jedoch ein gewisses Maß an vorbeugender und fehlerbehebender Wartung, um bei Lebensdauern von 20 und mehr Jahren die erwartete Leistung erbringen zu können. Der für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit erforderliche oder empfohlene Wartungsaufwand kann in Abhängigkeit von den Prioritäten des Eigentümers beziehungsweise den Vertragsverpflichtungen für die Energieproduktion erheblich variieren. Die Befolgung bestimmter Mindestwartungsanforderungen ist auch für die Ziele des Konformitätsbewertungssystems IECRE wesentlich, das zur Steuerung der Lizenzierung und Zertifizierung von PV-Systemen und -Anlagen von der Entwurfs- bis zur Betriebsphase vorgesehen ist.

Die aktuell gültige Norm DIN EN IEC 62446-2:2021-08; VDE 0126-23-2:2021-08 ist im August 2021 in Kraft getreten.

Inhalt

DIN EN IEC 62446-2; VDE 0126-23-2 Photovoltaiksysteme – Inhaltsverzeichnis (bald als PDF verfügbar)

Europäisches Vorwort
Inhalt
Anhang ZA (normativ) Normative Verweisungen auf internationale Publikationen mit ihren entsprechenden europäischen Publikationen
Einleitung
Anwendungsbereich
Normative Verweisungen
Begriffe
Anforderungen an die Systemdokumentation
Allgemeines
Betriebs- und Instandhaltungsangaben
Leistungsmaßstäbe
Dokumentation von Aufzeichnungen.

Überprüfung
Prüfverfahren – Kategorie 1
Prüfverfahren – Kategorie 2
Prüfverfahren – Zusätzliche Prüfungen.
Prüfberichte
Wartungsprotokolle
Allgemeines
Überprüfungsintervalle und auslösende Ereignisse
Weitere Aspekte zur Bestimmung spezifischer Überprüfungsintervalle

Überprüfungsaufgaben
Allgemeines
Allgemeine Standortsichtprüfung
Alle Systeme
Dachsysteme
Freiflächensysteme
Komponenteninspektion und sicherheitsrelevante Wartung
Wechselrichter- und Elektroverteiler
Generatoranschlusskästen, Lasttrennschalter und Trennschalter.
PV-Steckverbinder
Verkabelung
Befestigungssystem
Elektroinstallationsrohre und Kabelwannen
Wetterstation
Leistungsrelevante Wartung
Allgemeines
Kabelverbindungswiderstand
Bewertung der Schattenverhältnisse
Modulstrang- oder Kabelstrangprüfung
Vegetationspflege
Verschmutzung und Arrayreinigung

Fehlersuche und fehlerbehebende Wartung
Allgemeines
Abschaltung von Betriebsmitteln als Reaktion auf gefährliche Ausfälle
Fehlersuche bei nicht gefährlichen Ausfällen
Fehlersuche bei durch Ereignisse ausgelösten Problemen
Diagnose leistungsrelevanter Probleme

Zusätzliche Verfahren
Allgemeines
Sicherheitsverfahren
Allgemeines
Sichere Bedienung von Lasttrennschaltern
Trennverfahren
Notabschaltung
Abschaltung, wenn kein Notfall vorliegt
Inspektions- und vorbeugende Wartungsverfahren
Spezifische Verfahren des Wechselrichterherstellers
Spezifische Verfahren des Nachführeinrichtungsherstellers
Spezifische Verfahren für das Datenerfassungssystem
Elektrische Prüfverfahren
Erdschlussprüfungen
Sicherungsprüfungen
Bypass-Dioden-Prüfungen
Diagnosevenanten
Validierung von Datenerfassungssystemen (DAS)
Wechselrichterdiagnose

Anhang E (normativ) Sicherheitsaspekte
Qualifizierte Personen
Allgemeine Sicherheitsaspekte
Persönliche Schutzausrüstung
Trennverfahren
Wartungssicherung (Lockout/Tagout)
PV-spezifische Schilder und Kennzeichnungen

Anhang F (informativ) Beispielplan für die vorbeugende Wartung
Allgemeines
Beispielsystembeschreibung
Anhang G (informativ) PV-System-Betrieb

Norm bestellen

Die Norm kann per Webshop oder mit folgender PDF-Datei per E-Mail oder Fax bestellt werden.

Weitere Informationen

Stichworte
DIN EN IEC 62446-2; VDE 0126-23-2, Betreiber, PV- Systeme, EEG, Eigenverbrauch, Erneuerbare-Energien-Gesetz, Energieerzeugungsquellen, Netz, Photovoltaikanlagen, PV-Anlagen, Solaranlage, Solarstrom, Strom, Volleinspeisung, Normen, Richtlinien