Planerbrief 55 – September-Oktober 2025. Informationen zu Planung, Errichtung, Betrieb von Technischer Gebäudeausrüstung.

Überarbeitete DIN VDE 0100-701 erschienen

Überarbeitete DIN VDE 0100-701 erschienen

Im Juni 2025 ist die überarbeitete DIN VDE 0100-701 erschienen. Sie regelt die besonderen Anforderungen an elektrische Anlagen in Orten mit fest installierter Badewanne oder Dusche in Innen- und Außenbereichen.

Gegenüber der Ausgabe von 2008 wurde der Anwendungsbereich wesentlich erweitert: Der Begriff „Räume” wurde durch „Orte” ersetzt, um auch Außenbereiche einzuschließen. Zudem wurden die Grenzen des Anwendungsbereichs präzisiert. Dieser reicht nun bis drei Meter über dem Fertigfußboden und bis zu einem Abstand von vier Metern vom Wasserauslass. Außerdem wurde ein Bereich 0 für Duschen ohne Wannen neu eingeführt und die Anforderungen an feste Abtrennungen wurden überarbeitet.

Im technischen Teil wurden ebenfalls wichtige Anpassungen vorgenommen. So entfällt die bisherige Ausnahmeregelung für den Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs), während die Anforderungen an Kabel- und Leitungsanlagen sowie an Betriebsmittel neu strukturiert wurden. Darüber hinaus sind im Bereich 1 nun auch zusätzliche elektrische Verbrauchsmittel wie 230-Volt-Leuchten oder Infrarotstrahler zulässig. Die Regelungen zu elektrischen Fußbodenheizungen wurden hingegen ausgegliedert und in die eigenständige DIN VDE 0100-753 überführt.

Autorin: Sidney Grunenberg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ)

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VdS 6003: Neue Brandschutz-Richtlinie

VdS 6003: Neue Brandschutz-Richtlinie

Im Juni 2025 ist die VdS 6003 : 2025-06 (01) „Brandschutztechnische Anforderungen an IT-Räume und Rechenzentren“ veröffentlicht worden. Die Richtlinie legt erstmals konkrete brandschutztechnische Anforderungen speziell für IT-Infrastrukturen fest und bietet Planern, Errichtern und Betreibern eine Orientierung für den sicheren Betrieb.

Die Richtlinie behandelt unter anderem die Anordnung von Kalt- und Warmgängen, die Erkennung und Lokalisierung von Bränden sowie den Einfluss von Lüftungs- und Löschanlagen auf die Hardware. Sie gilt für IT-Räume, Rechenzentren und zugehörige Peripheriebereiche. Ausgenommen sind Kleinlöschanlagen, In-Rack-Löschsysteme und CO₂-Löschanlagen.

Die VdS 6003 ergänzt bestehende Richtlinien für Planung und Einbau von Brandschutzanlagen und berücksichtigt unterschiedliche Betriebsmodelle, um spezifische Risiken und Anforderungen abzudecken.

Autorin: Sidney Grunenberg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ)

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Bundesnetzagentur startet KI-Beratung für KMU

Bundesnetzagentur startet KI-Beratung für KMU

Die Bundesnetzagentur hat den „KI Service Desk“ eingerichtet, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Umsetzung der seit August 2024 geltenden EU-KI-Verordnung zu unterstützen. Ziel des Service Desks ist es, Unternehmen praxisnahe Informationen und Orientierungshilfen bereitzustellen, um die Anforderungen der Verordnung effizient umzusetzen.

Der Service Desk bietet unter anderem Beratung zu rechtlichen Vorgaben, Risikobewertung von KI-Anwendungen sowie Fragen zu Compliance und Sicherheit. Damit sollen insbesondere KMU ohne eigene umfangreiche Rechts- oder IT-Abteilungen die Integration von KI-Lösungen erleichtert und regulatorische Risiken reduziert werden.

Autorin: Sidney Grunenberg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ)

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Medica Düsseldorf 2025

Medica Düsseldorf 2025

Die MEDICA 2025 findet vom 17. bis 20. November 2025 auf dem Messegelände in Düsseldorf statt. An der Messe nehmen über 5.000 Aussteller aus mehr als 70 Ländern teil und es werden rund 80.000 Fachbesucher erwartet. Das Themenspektrum umfasst unter anderem Elektromedizin, Labortechnik, Diagnostika, medizinische Bildgebung, Health-IT, mobile Health sowie Angebote aus den Bereichen Physiotherapie, Orthopädietechnik und Verbrauchsmaterialien. Die Messe wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Foren, Konferenzen und Sonderschauen ergänzt. Dazu gehören beispielsweise das Health-IT-Forum, das Tech-Forum, das Labmed-Forum sowie Wettbewerbe wie die MEDICA Start-Up Competition. Parallel zur MEDICA findet zudem die COMPAMED, die internationale Fachmesse für Zulieferer der Medizintechnik, statt. Besucher können die Messehallen von Montag bis Mittwoch jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr und am Donnerstag bis 16:00 Uhr besuchen.

Autorin: Sidney Grunenberg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ)

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Seminare für Architekten und Ingenieure

Fortbildungspunkte für Architekten und Ingenieure

Die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) bietet regelmäßig bundesweit Seminare für Planer in Präsenz und online an. Die Seminare werden von verschiedenen Ingenieurs- und Architektenkammern als Fortbildungsmaßnahme anerkannt. Die Zahl der vergebenen Punkte richtet sich nach der Anzahl der Unterrichtseinheiten (UE), die ein Seminar umfasst.

Für Architekten bietet die DGWZ derzeit die Seminare „Brandschutz-Grundlagen“, „Flucht- und Rettungspläne und Brandschutzordnung sachkundig erstellen“ sowie „Ladestationen für Elektroautos“ an. Für Ingenieure bietet die DGWZ derzeit die Seminare „Brandschutz-Grundlagen“, „Lichtsteuerung mit DALI – Grundlagen“, „Feuerwehrpläne, Flucht- und Rettungspläne sachkundig erstellen“, „Ladestationen für Elektroautos“, „Notstromversorgungsanlagen in Planung und Betrieb“, „Rufanlagen – Fachkraft nach DIN VDE 0834“, „Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Sicherheitsleitsysteme“, „Wärmepumpen – Sachkunde nach VDI 4645“ sowie „Technischer Risikomanager nach DIN VDE V 0827“ an

Autor: Christoph Härtl, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit

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Aktualisierte Norm für Wassernebelsysteme

Aktualisierte Norm für Wassernebelsysteme

Ortsfeste Wassernebelsysteme für den Brandschutz bei Gefährdungen in Industrie-, Gewerbe- und Wohnbereichen umfassen speziell ausgelegte Düsen, die in Rohrleitungen eingebaut und über Regelventile mit einer dezidierten Wasserversorgung verbunden sind.

Die neue DIN EN 14972-1 vom Juli 2025 mit dem Titel „Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Wassernebelsysteme – Teil 1: Planung, Einbau, Inspektion und Wartung“ legt Anforderungen an die Planung, Errichtung, Prüfung und Instandhaltung aller Arten von ortsfesten Wassernebelsystemen fest. Sie berücksichtigt dabei nur Anwendungen und Belegungen, die durch die anderen Teile der Normenreihe DIN EN 14972 abgedeckt sind.

Mit der Neuausgabe wurden hauptsächlich Anhänge hinzugefügt, um zusätzliche Informationen (z. B. Grenzen der Anwendbarkeit, allgemeine Hinweise sowie ggf. weitere Anforderungen und Einbau- und Auslegungsparameter) zu bereits veröffentlichten Teilen der Normenreihe bereitzustellen. Weiterhin wurde die Anwendung des Anhang A konkretisiert und klargestellt, dass dieser Anhang einen Leitfaden enthält, der klärt, wie neue Brandprüfungsprotokolle, die den CEN Regularien folgend zu der Normenreihe DIN EN 14972 hinzugefügt werden sollen, zu erstellen sind.

Derzeit überarbeitet das Technische Komitee CEN/TC 191 „Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen“ die Normenreihe EN 17450 zu Bauteilen für Feinsprüh-Löschanlagen.

Autor: Bastian Krämer, Projektmanager, DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

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Der perfekte barrierefreie Aufzug?

Der perfekte barrierefreie Aufzug?

Barrierefreiheit ist längst gesetzlich verankert und doch zeigt die Praxis: Nicht jeder „barrierefreie“ Aufzug erfüllt auch tatsächlich die Bedürfnisse seiner Nutzerinnen und Nutzer. Dieses Dilemma stellt Menschen, für die ein Aufzug unverzichtbar ist, vor große Herausforderungen.

Ein Grund dafür sind uneinheitliche Vorgaben. Zudem ist das, was auf dem Papier barrierefrei erscheint, im Alltag oft unzureichend. Das Zusammenspiel mit angrenzenden Flächen – z. B. in engen Vorräumen oder bei Türbreiten – wird häufig unterschätzt. Akustische Etagenansagen oder hohe Kontraste auf Bedientableaus fehlen häufig. Auch werden Bedienelemente nicht immer im vorgeschriebenen Bereich zwischen 85 und 110 cm Höhe montiert – diese werden somit unbedienbar für Menschen im Rollstuhl.

Diese Defizite entstehen selten aus Ignoranz, sondern aus fehlender Kenntnis oder mangelhafter Abstimmung in der Planung. Genau hier kommt die Technische Gebäudeausrüstung ins Spiel: Nur wenn TGA-Fachplaner frühzeitig eingebunden werden, lassen sich barrierefreie Konzepte technisch korrekt und nutzungsorientiert umsetzen.

Mein Appell: Barrierefreiheit ist nicht mit der Norm erfüllt. Sie beginnt mit Empathie für reale Nutzungssituationen – und braucht Fachexpertise, um sie in die gebaute Realität zu übersetzen.

Autor: Marc-Oliver Schach, Communications Manager DACH, Kone GmbH

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Neue NGRS-Norm

Neue Norm DIN EN 50726-1 VDE 0827-1 zu Notfall- und Gefahren-Systemen (NGRS) veröffentlicht

Im Juni 2025 ist die DIN EN 50726-1 VDE 0827-1:2025-06 „Notfall- und Gefahren-Systeme – Teil 1: Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systeme (NGRS) – Grundlegende Anforderungen, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Aktivitäten“ erschienen. Sie ersetzt die bisher nur in Deutschland gültige Vornorm DIN VDE V 0827-1 und ist jetzt als DIN EN 50726-1 europaweit gültig.

Die überarbeitete Fassung konkretisiert bestehende Anforderungen und harmonisiert diese mit europäischen Standards. Inhaltlich blieb der technische Kern im Vergleich zur Fassung von 2016 weitgehend unverändert. Bereits bestehende Systeme behalten somit ihre Gültigkeit und Anpassungen oder Nachrüstungen sind nicht erforderlich.

Autor: Dipl.-Ing. Michael Schenkelberg, Mitarbeiter im Normenausschuss DKE 713.1.19 Notfall- und Gefahren-Reaktions-System (NGRS)

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Mehr Cybersicherheit für die Gebäudeautomation dank KNX Secure

Mehr Sicherheit für die Gebäudeautomation dank KNX Secure

Der Gedanke an einen Cyber-Angriff auf ein digital vernetztes Gebäude ist beunruhigend: Hat ein Hacker sich Zugang zu einer KNX-Anlage verschafft, kann er alle angeschlossenen Geräte wie beispielsweise Heizung oder Beleuchtung manipulieren und schlimmstenfalls unbenutzbar machen. Deshalb ist es unerlässlich, die Gebäudesystemtechnik zu schützen. KNX Geräte bieten Schutz nach neuestem Standard: höchste Sicherheit dank KNX Secure und Standardisierung nach DIN EN 50090-3-4 „Elektrische Systemtechnik für Heim und Gebäude (ESHG) – Teil 3-4: Informationssicherheit auf Anwendungsschicht, Dienste, Konfiguration und Ressourcen“.

KNX Secure setzt sich zusammen aus KNX IP-Secure und KNX Data-Secure: Während KNX IP-Secure die Netzwerkseite einer KNX-Installation schützt, wird KNX Data-Secure zum Schutz der Kommunikation zwischen KNX-Geräten genutzt – also zum Schutz der Telegrammebene. Dadurch gewährleisten KNX Secure Geräte den kompletten Schutz digitaler Infrastrukturen, da weder über das Netzwerk noch über das Bus-Kabel von außen in solchermaßen geschützte KNX-Anlagen eingedrungen werden kann. Bei KNX Secure handelt es sich um eine Verschlüsselung nach ISO 18033-3, z. B. AES 128-CCM-Verschlüsselung. Somit wird für ein Höchstmaß bei der Anlagensicherheit gesorgt.

Autorin: Ipek Rasitoglou, Kommunikation Planer, Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

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Großraumbüros effizient belüften

Großraumbüros effizient belüften

Großraumbüros stellen hohe Anforderungen an die Lüftungstechnik: Flexible Belegungen, Desksharing und steigende Komfortansprüche erfordern Systeme, die sich dynamisch an wechselnde Raumnutzung anpassen – ohne Energie zu verschwenden.

Für die Planung empfiehlt sich eine zonenweise Auslegung, bei der die Luftmenge bedarfsgerecht geregelt wird. Die DIN EN 16798-1 „Energetische Bewertung von Gebäuden – Lüftung von Gebäuden – Teil 1: Eingangsparameter für das Innenraumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden bezüglich Raumluftqualität, Temperatur, Licht und Akustik – Modul M1-6“ bietet dafür zwei Berechnungsverfahren, entweder anhand der Personenzahl (Verfahren 1) oder der CO₂-Konzentration im Raum (Verfahren 2). Ziel ist eine CO₂-Konzentration unter 1.000 ppm – besonders relevant bei hoher Belegungsdichte, temporärer Nutzung oder hybriden Arbeitsmodellen.

Mit variablen Volumenstromreglern lässt sich die Luftzufuhr exakt auf die tatsächliche Raumauslastung abstimmen. CO₂-, Feuchte- oder IAQ-Sensoren (Indoor Air Quality) liefern dabei kontinuierlich Messwerte, sodass die Luftmenge automatisch angepasst wird. In der Praxis bewährt sich dabei eine zonenweise Regelung: Bereiche mit unterschiedlichen Nutzungsprofilen – etwa Open-Space, Meetingräume oder Rückzugszonen – lassen sich separat steuern und gezielt bedarfsgerecht belüften. Das steigert nicht nur den Nutzerkomfort, sondern reduziert auch den Energiebedarf zur Luftaufbereitung spürbar – gerade in Zeiten hoher Energiepreise ein entscheidender Faktor. Auch die Auswahl geeigneter Luftdurchlässe trägt entscheidend zur Qualität bei. In offenen Bürostrukturen sind neben Funktionalität auch akustische Eigenschaften und optische Integration wichtig.

Neben der Technik gewinnt auch die digitale Planung zunehmend an Bedeutung. Moderne Softwaretools ermöglichen bereits in frühen Projektphasen die Auslegung, Optimierung und Simulation von Lüftungslösungen. So lassen sich Strömungsverläufe, Temperaturverteilungen und Luftmengen anschaulich visualisieren – ein Mehrwert für Planer und Bauherren gleichermaßen. www.dgwz.de/grossraumbuero-belueftung

Autor: Ralf Maiwald, Technischer Leiter, EXHAUSTO by Aldes GmbH

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